Studie für die VDAI Verlags- und Veranstaltungsgesellschaft mbH
Update 2025; Berlin, 4. Dezember 2025
Wie bereits in den Vorstudien wird verdeutlicht, dass die deutsche Automatenwirtschaft zunehmend durch Preis-, Angebots- und Produktregulierungen bestimmt wird, die in einem wachsenden Spannungsverhältnis zu Inflation, steigenden Kosten sowie zur Konkurrenz durch Online- und illegale Angebote stehen.
Die empirischen Auswertungen zeigen einen engen Zusammenhang zwischen regulatorischen Eingriffen und zentralen Kennzahlen der Branche. Insbesondere die Anzahl der Geldspielgeräte in Spielhallen und in der Gastronomie reagiert sensibel auf Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die Automatenwirtschaft wird in hohem Maße von bundes- und landesrechtlichen Entscheidungen geprägt, wodurch Anpassungsmöglichkeiten an veränderte Marktbedingungen begrenzt sind.
Durch die Regelungen der fünften Novellierung der Spielverordnung im Jahr 2006 gelang es, illegale Fun-Games weitgehend aus dem Markt zu verdrängen und den Schwarzmarktanteil deutlich zu reduzieren. Auch aufgrund der Veränderungen durch die sechste Novellierung im Jahr 2014 hat sich dieser Trend jedoch umgekehrt. Während das legale Angebot kontinuierlich schrumpft, wächst der illegale Markt. Für 2024 wird der Anteil illegaler Glücksspielangebote im terrestrischen Markt auf mindestens 38 Prozent geschätzt; bis 2026 werden Anteile von bis zu über 60 Prozent prognostiziert. Laut polizeilicher Kriminalstatistik haben sich Glücksspieldelikte in den letzten 8 Jahren verzwölffacht.
Ein zentraler Befund der Studie betrifft die reale Entwertung der gesetzlichen Einsatz- und Verlustgrenzen. Der Höchsteinsatz pro Spiel liegt seit 1993 nominal unverändert bei 0,20 Euro, ebenso bestehen feste Gewinn- und Verlustgrenzen. Inflationsbereinigt sind damit sowohl der reale Spieleinsatz als auch der maximal zulässige Stundenverlust deutlich gesunken, während das Einkommen von Spielenden sowie die Kosten der Betreiber stark gestiegen sind. Nach Berechnungen der Autoren wäre bereits 2024 ein Einsatz von rund 0,35 Euro notwendig gewesen, um die Preisentwicklung seit 1993 auszugleichen.
Die Studie stellt fest, dass die sinkende Attraktivität des legalen Spiels unter diesen Bedingungen die Nachfrage in Richtung illegaler Angebote und digitaler Alternativen lenkt. Zusätzliche Unsicherheiten entstehen durch heterogene landesrechtliche Regelungen, insbesondere beim Auslaufen von Übergangsfristen für Mehrfachkonzessionen. Um den Kanalisierungsauftrag zum legalen Glücksspiel zu erfüllen, empfehlen die Autoren eine regelmäßige Überprüfung der Regulierung, die sowohl den Spielerschutz als auch die veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der vergangenen drei Jahrzehnte berücksichtigt.




